Kurzgeschichte

Giseladorf

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Giseladorf wurde als sekundäre Binnenansiedlung mit den Einwohnern Giselahains/ Giselaheims und Gruppen von Familien aus mehreren Orten des Banats wie Hatzfeld, Sackelhausen, Jahrmarkt, Mercydorf u.a. im März/April 1882 gegründet.

 

   
Die Lage:  
   

Giseladorf        

                          liegt auf dem Weg von Temeschburg nach Lugosch auf der Höhe von Kisseto ungefähr

                          10 km  nördlich (in Richtung Lippa) zwischen den Orten Schanowitza im Westen,

                           Hisiasch im Norden sowie Panjowa und Babscha  im Osten.

                                     Am Rande Giseladorfs befindet sich ein großes Waldgebiet, das sich kilometerweit bis auf die Lippaer Höhen ausdehnt.

   

Auf dieser aktuellen Karte haben wir die Lage des Ortes festgehalten.

   
 

2. Die Ansiedlung Giseladorfs

 

 

Am 21.August1881 kam die endgültige Genehmigung zur Umsiedlung der Giselahainer in das Gebiet neben Suschanowitza.

Von einer Arbeitergruppe, geleitet vom Ingenieur Lindl, begannen ab September 1881 die Ortsausmessung und Anlegung sowie die Flurbestimmung.

Vom März bis April 1882 fand die Ansiedlung von 180 Familien aus Giselahain und 34 Familien aus anderen Orten des Banats im neuen Ort Giseladorf statt. Die Ansiedlung erfolgte auf einer „Lichtung“ eines Waldgebietes, bewachsen mit wilden Gräsern und Sträuchern. Die Ortslage war von einem jahrhundertealten, dicht bewachsenen Eichenwald umgeben.  

Am 2. Mai 1882 wurde das erste Kind (Josef Hecksper/Heckster/Höchster) in Giseladorf geboren.

Die Einwohnerzahl des Ortes betrug im Sommer 1882 1045 Personen ausschließlich katholische Deutsche (Schwaben).

In der Periode 1882 bis 1885 vollzog sich der Aufbau der Ortschaft. Es wurde auch die Urbarmachung des Terrains das für die Felder der Giseladorfer bestimmt war, der Aufbau des Holzstadels am Bega-Schwemmkanal, die Rodung des Waldes und die Beförderung des Holzes mit Flößen nach Temeswar durchgeführt.

Anfang 1886 wurde das erste Schulgebäude, das auch Gebetshaus wurde, gebaut. Die mitgebrachte Glocke wurde im Schulhof installiert und das Gebetshaus zu Ehren des Hl. Georg geweiht. Im Jahre 1886 – 89 wurden zwei zusätzliche Glocken gekauft und im Glockenstuhl im Schulhof angebracht.

In demselben Jahr begann der Unterricht mit 220 Schülern + 60 „Wiederholungsschülern“ (die in den ersten Jahren keine Schule besuchen konnten).

1890 wurde der Bauernverein gegründet.

Die ersten „enttäuschten“ Ansiedler wandern 1889 - 1890 ab.

1894 - 1899 fielen zwei großen Epidemien (Diphtherie) jährlich über 50 Einwohner (meist Kinder) zum Opfer.  Nicht selten wurden an einem Tag 2 - 3 Kinder beerdigt.

1892 wanderten die ersten 3 Familien nach Amerika aus. Die Bevölkerung reduzierte sich 1892 auf 845 Einwohner.

Im Jahr 1893 kam Lehrer Johann Retzler nach Giseladorf und wirkte hier 32 Jahre als Leiter der Schule und als Organist.

Ab 1895 war der erste Aufschwung der Gemeinde in Sicht. Auf dem Czinzivika Hügel („Hisiascher Berg“) wurde das erste Weinbaugebiet der Giseladorfer angelegt.

1895 - 1904 fand der Zuzug mehrerer Familien von Mercydorf, Jahrmarkt, Nitzkydorf (26 Familien) und anderen Orten statt. Die Bevölkerung wuchs 1898 auf 1.441 Einwohner an.

Der neue Ort wurde von 1882 bis 1888 von der Pfarrei Brestowatz und ab 1988 bis 1912 von der Pfarrei Josefsdorf kirchlich betreut.

1898 wurde das zweite Schulgebäude mit zwei Lehrsälen und einer Lehrerwohnung gebaut. Das Gebetshaus wurde in die neue Schule verlegt. Bei schönem Wetter fand der Gottesdienst immer im Schulhof statt.

Im selben Jahr wurde die Kreditgenossenschaft gegründet. Die Abendschule für 70 Jugendliche begann und wurde bis nach dem Ersten Weltkrieg fortgesetzt.

1895 führte man die Seidenraupenzucht als Zweitbeschäftigung auf breiter Basis ein.

Das erste Wirtshaus mit Tanzsaal, Kegelbahn, Billardzimmer u.a. wurde gebaut.

1898 bis 1902 waren die erntereichsten Jahre des Ortes.

Im Jahr 1901 wurde die Mühle von dem Abgeordneten des ungarischen Parlaments, Gutsherr Gall, errichtet.

Ackerbau und Viehzucht wurden von der Kreditgenossenschaft gefördert und durch die Beschaffung von Geräten verbessert.

Im Jahr 1902 wurde das erste Schulgebäude abgetragen und ein neues Gebäude mit einer Lehrerwohnung errichtet.

In der Periode 1902 bis 1907 fand die erste große Abwanderungswelle nach Amerika statt. Es wanderten mehr als 20 Familien ab. Familiennamen wie Koppi, Kroneberger, Schwager, Speier, Jorda, Bittenbinder u.a. verschwanden aus dem Ort.

1906 sind 8 Familien nach dem neu gegründeten Ungarisch-Babscha umgesiedelt.

   

 (Plan aus dem Heimatbuch).

   

Gleichzeitig wurde Giseladorf an der östlichen Seite um 80 Hausplätze erweitert. Es wurden 45 ungarische Familien angesiedelt. Giseladorf hatte 1910  428 Hausplätze mit 1482 Einwohnern. Der Hotter der Giseladorfer wurde mit den Pachtfeldern erweitert.

Das dritte Schulgebäude (später der Kindergarten) mit drei Lehrsälen und einer Lehrerwohnung wurde 1908 errichtet. Am ersten Schulgebäude wurden zwei Lehrsäle hinzugefügt. Die Anzahl der Schüler stieg auf 230 + 74 Abendschüler, unterrichtet von 5 Lehrkräften + 2 Kindergärtnerinnen (in einem Kindergarten mit 43 Kindern).

1908/1909 wurden die Kirche und das Pfarrhaus gebaut. Das große Marmorkreuz, gespendet von Johann Egler und seiner Frau Eva geborene Schäffer, wurde vor der Kirche aufgebaut. Die Kircheneinrichtungen und die Glocken wurden mit den Spenden der Gläubigen angeschafft.

Am 10. April 1909 wurde die Kirche eingeweiht.

Am 1. September 1912 bekam Giseladorf seinen ersten Pfarrer, und zwar Dr. Gustav Dietl. Giseladorf wurde Pfarrzentrum für die Katholiken aus Panjowa, Suschanowitza, Ungarsich-Babscha, Sekasch, Ungarisch-Tîrgowischte und Kriwobara.

Das Gemeindehaus samt einer Notarwohnung hat man 1912 gebaut.

Giseladorf hatte 1913 weiterhin ca. 1480 Einwohner.

Am 10. bis 12. September 1913 fand die erste Firmung mit 725 (?) Kindern aus allen Orten der Pfarrei statt.

1912 bis 1916 vollzog sich die zweite große Auswanderungswelle nach Amerika.

Giseladorf wurde 1914 Gemeindezentrum für die Orte Suschanowitza, Hisiasch, Panjowa sowie Babscha und blieb dies (mit kurzen Unterbrechungen) bis heute.

Ab 1914 ist Giseladorf Postzentrum für 6 umliegende Dörfer. Eine Telefonzentrale für diese Orte wurde eingerichtet und nahm ihren Dienst auf. Gleichzeitig bekam Giseladorf Marktrecht.

1914 begann der Erste Weltkrieg. Über 200 Giseladorfer kämpften an verschiedenen Fronten der k. u. k. Regimente. Davon kehrten 56 nicht mehr zurück.

Wegen des Krieges fand 1914 bis 1919 ein Rückgang der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung statt.

Giseladorf hatte 1916 1.434 Einwohner.

In der Periode 1916 bis 1920 wurde der gesamte Steinbruchbetrieb ausgebaut und modernisiert. Es wurden ein neues Maschinenhaus mit einem Stromgenerator installiert, eine neue Steinmühle gebaut, mechanische Steinhauermaschinen angeschafft, das gesamte Gelände elektrifiziert, die Transportmittel mit neuen Loks ausgestattet sowie die Werkstätten ausgebaut und modernisiert.

   

1918-1920 kehrten die zum Militärdienst einbezogenen Giseladorfer zurück.

Das Streben Pfarrer Dietls, um das völkische Selbstbewusstsein seiner schwäbischen Mitbürger zu stärken, nahm 1918 immer konkretere Formen an.

Am 21.Juni 1919 wurde das Banat geteilt. Ein großer Teil, auch Giseladorf, fiel zu Rumänien. Die offizielle Amtssprache wurde Rumänisch.

Ab 1919 wurde in Giseladorf erstmals in der Schule Deutsch unterrichtet. Es gab im Ort nun eine ungarische Schule, eine deutsche Schule und einen Kindergarten unter derselben Schulleitung.

Im Juli 1920 wurde in Giseladorf die „Deutsch-Schwäbische Volksgemeinschaft“ gegründet, zu der auch die Schwaben aus Panjowa, Kriwobara, Sekasch, Schanowitza und Brestowatz gehörten. Zum ersten Obmann der Volksgemeinschaft wurde Pfarrer Dietl gewählt.

Zur gleichen Zeit wurde der „Deutsche Katholische Jugendverein“ gegründet. Leiter des Vereins wurde der Junglehrer Heinrich Backes.

Pfarrer Dietl nahm mit einer Abordnung der Giseladorfer Schwaben am 13. März 1921 bei der Gründung der Schwäbischen Volksgemeinschaft in Temeschburg teil.

Das Kriegerdenkmal zu Ehren der 56 Gefallenen wurde mit Spenden der Ortsbewohner errichtet.

1918 bis 1922 fand die erste Rückkehrwelle aus Amerika statt. Es kamen über 15 Familien zurück, die auch finanzielle Mittel und Know-how mitbrachten.

Im Jahr 1920 wurde das erste große Kirchweihfest nach dem Krieg (32 Paare) gefeiert.

1919 bis 1920 gab es die größte „Heiratswelle“ in der Geschichte Giseladorfs. Es wurden in dieser Zeit über 90 Eheschließungen vollzogen.

1920 bis 1930 trat ein allgemeiner großer Aufschwung der Landwirtschaft und des Gewerbes ein. Es wurden mehrere Vereine und Genossenschaften gegründet.

Das zweite Weinbaugebiet oberhalb der Panjowaer Straße wurde angelegt. Es wurden vorwiegend veredelte Sorten (Tafeltrauben) gepflanzt.

Das zweite Wirtshaus mit einem großen Saal, Kegelbahn und verschiedenen Nebenräumlichkeiten wurde 1922 gebaut.

Rudolf Wersching gründete 1924 – 1926 die erste Blaskapelle und leitete die regelmäßige musikalische Ausbildung für Jugendliche im Abendunterricht ein. Eine Jugendblaskapelle wurde gegründet. Ein Streichorchester hatte man ebenfalls ins Leben gerufen. Der „große Giseladorfer Chor“ wurde von Lehrerin Heim wieder aktiviert.

1925 gründete Willi Jung die zweite Blaskapelle Giseladorfs. Kirchweihfeste und große Feiern wurden gleichzeitig in beiden Wirtshäusern abgehalten.

Michael Wersching gründete 1924 die erste regelmäßig betriebene Autobuslinie des Banats. Der tägliche Busverkehr vollzog sich von Sekasch über Rekasch nach Temeschburg, ein Jahr später (durch Zukauf mehrerer Busse) bis Groß-Sanktnikolaus und von Sekasch über Kisseto nach Lugosch. Die erste Busfahrtgesellschaft des Banats wurde 1925 von Michael Wersching ins Leben gerufen.

Im selben Jahr wurde der größte Jagdverein des Bezirkes von Michael Wersching gegründet. Er hatte 45 Jäger aus Giseladorf, umliegenden Dörfern und Rekasch (Bezirkssitz) sowie Jagdrecht auf ein gepachtetes Gebiet von 10.000 ha.

1928 erwarb der Gerbermeister Nikolaus Krizsanits die Mühle, baute sie komplett um und modernisierte sie. In den folgenden Jahren wurden neben der Mühle eine Fischzucht (Fischteich) und eine Viehzucht für Rassetiere angelegt.

Im Jahr 1930 gründeten 47 Giseladorfer die erste Feuerwehr, die ihren Bestand bis nach dem Zweiten Weltkrieg hatte. Leiter und Ausbilder der Feuerwehr war Michael Wersching.

Ein Jahr zuvor wurde Michael Wersching zum Bürgermeister (Richter) Giseladorfs gewählt und blieb dies zwei Legislaturperioden bis 1937. Mit 29 Jahren war er der jüngste Bürgermeister aller Gemeinden des Bezirkes.

1926 bis 1929 waren Jahre mit sehr guten Ernten. Diese führten zur Modernisierung der landwirtschaftlichen Betriebe und des Gewerbes. Die Bauern und Gewerbetreibenden, unterstützt von der Kreditgenossenschaft, investierten in ihre Betriebe.

1930 bohrte man den ersten artesischen Brunnen in Giseladorf. Wege und Straßen wurden modernisiert, Gemeindeeinrichtungen gebaut, die Schuleinrichtungen komplett erneuert, Kircheneinrichtungen vervollständigt und überholt.

In den Jahren 1929 - 1933. machte sich die große Wirtschaftskrise auch bei den Bauern und Handwerkern Giseladorfs bemerkbar. Die Getreidepreise waren über Nacht auf ein Lächerliches gefallen. Bauern und Handwerker konnten ihren Zahlungen nicht mehr nachkommen.

1931 bis 1933 fand die dritte und letzte Auswanderungswelle nach Amerika statt. Viele Familien verließen den Ort.

Matthias Pape d. Ä. wurde 1933 zum Obmann der Volksgemeinschaft gewählt, Amt, das er bis 1938 inne hatte. Die Jugendgruppe der Volksgemeinschaft gründete den Giseladorfer Sängerbund.

Lehrer Laas kam 1931 nach Giseladorf und wurde Leiter der Schule, Leiter der Jugendgruppe, Chorleiter, Organist und Kommunalpolitiker.

Nach der Wirtschaftskrise begann ein ständiger Aufstieg in Hof und Wirtschaft der Bauern und den Betrieben der Gewerbetreibenden. Auch kulturell und im Vereinsleben ging es aufwärts. Die völkische Zusammensetzung der Einwohner der Gemeinde war noch nie so gut. Über 65% aller Bauernhöfe und Handwerksbetriebe lagen in den Händen von jungen Leuten. Immer mehr Söhne und Töchter wurden in verschiedene Schulen, die von der Volksgemeinschaft der Banater Schwaben ins Leben gerufen wurden, geschickt.

Die Tätigkeit der Volksgemeinschaft und der Jugendgruppe sowie die der zwei großen Chöre Giseladorfs wurde ständig verbessert. Kirchliche Jugendorganisationen wie Marienmädchen u.a. wirkten ständig mit.

In der Schule begann 1932 eine Rumänisierungswelle der Behörde. Durch Verordnungen sollten immer mehr Fächer in rumänischer Sprache unterrichtet werden. Da sich Lehrer Laas sowie die anderen sechs deutschen und zwei ungarischen Lehrer nicht daran hielten, wurden ein Jahr später Lehrer Laas als Schulleiter abgesetzt und der fremde Rumäne Sarafoleanu als Direktor und seine Frau als rumänische Lehrerin nach Giseladorf geschickt. In Giseladorf wurde die deutsche und die ungarische Schule zu einer rumänischen Schule zusammengefasst. Es sollte nur mehr rumänisch unterrichtet werden. Nur Muttersprache, Rechnen und Religion durfte man deutsch und ungarisch unterrichten. In den meisten Klassen der zweiten Stufe (Klassen 5 - 7) hielten sich viele deutsche Lehrer nicht daran. Es kam zu ständigen Streitigkeiten zwischen dem Schulleiter, der Bevölkerung und besonders der Volksgemeinschaft.

Auf Initiative der Volksgemeinschaft und von Lehrer Laas wurden die winterlichen Abendkurse für Jungbauern wieder eingeführt. Hier wurden von Spezialisten, die aus Temeschburg kamen, moderne Agrartechnik und Saatauswahl gelehrt sowie neue moderne Geräte und Maschinen vorgeführt. Alles in deutscher Sprache.

Ab dem Jahr 1936 wurde der Einfluss der NSDAP auf die Volksgemeinschaft immer größer.

Bei den Bürgermeister-Neuwahlen 1937 kandidierte Michael Wersching nicht mehr. Zum Bürgermeister (Richter) wurde sein Weggefährte Matthias Pape d. Ä. gewählt. Nun hatte Giseladorf in einer Person den Leiter der Volksgemeinschaft, den Kirchenratsvorsitzenden und den Obmann der Volksgemeinschaft.

Pape wurde in den folgenden zwei Legislaturperioden wiedergewählt und war Bürgermeister (Richter) bis 1946, als er von den Kommunisten gewaltsam abgesetzt wurde.

Um dem ständigen Druck und Streit mit der Volksgemeinschaft aus dem Weg zu gehen, dankte Sarafoleanu als Schuldirektor ab und ließ sich versetzen. Leiter der Schule wurde wieder Lehrer Laas, der auch stellvertretender Leiter der Volksgemeinschaft geworden war.

1938 wurde die Volksgemeinschaft in Volksgruppe umbenannt. In der Volksgruppe gab es zwei Strömungen, die „Erneuerungswelle“ und die „alte Garde“. Ab Ende 1938 wurden die Leiter der Volksgruppe (Obmänner) nicht mehr gewählt, sondern ernannt. Zum Ortsleiter wurde Matthias Küchler und Otto Hehn sowie Julius Laas zu seinen Stellvertretern ernannt.

Am 20. November 1940 wurde die Deutsche Volksgruppe als Körperschaft öffentlichen Rechtes anerkannt. Die gesamte schulische und kulturelle Tätigkeit wurde der Volksgruppe unterstellt.

Lehre Laas teilte eigenmächtig – zwei Jahre vor dem Erlass des Dekrets 977 (über die Einrichtung des deutschen Schulwesens) – die Schule wieder in ungarische und deutsche Schule. Es wurde ab 1939 wieder Deutsch unterrichtet.

Wirtschaftlich, kulturell und aus der Sicht des gesamten Lebens des Ortes waren die Jahre 1938 bis 1942 die schönsten, erfolgreichsten, wohlhabendsten und glücklichsten Jahre Giseladorfs. Das gesamte Geschehen des Ortes hat einen Niveau erreicht wie nie zuvor und danach.

Matthias Pape hatte die Vorhaben von Wersching weiter geführt. Wege, Brücken und Straßen wurden gebaut. Die Kirche wurde 1937/38 erstmals generalüberholt. Die Schulen wurden mit neuen Einrichtungen ausgestattet. Die gesamten Gemeinde-Eirichtungen wurden erneuert.

Die Bauern schafften sich über die ins Leben gerufene „Erzeugergenossenschaft“ und eine Filiale der „Agraria“ neue Geräte, Traktoren, Maschinen und  besonders wertvolles Saatgut an. Immer mehr Weingärten wurden veredelt. In der Tierzucht wurde besonderer Wert auf Rassetiere gelegt. Die meisten Bauern waren stolz auf ihre Nonius-Rassepferde. Dies alles wirkte sich auf die Erträge und das Einkommen der Bevölkerung aus. Die gesamte Ernte überstieg das Doppelte der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

In Giseladorf, als Gewerbeort für die umliegenden Dörfer, hatte das Handwerk seine Blütezeit. 1938 - 1940 gab es in Giseladorf 11 Dreschmaschineninhaber die 14 Garnituren und 16 Traktoren hatten, neben der Mühle drei Schroter, 6 Schmiede, 5 Wagner, 5 Tischler, 9 Schuster, 5 Schneider und 3 Spengler, alle mit eigener Werkstätte oder einem Betrieb der auch Lehrbuben ausbildete, 4 Kaufhäuser und vieles mehr.

Große Feiern wurden gleichzeitig in beiden Wirtshäusern abgehalten. Jugendtreffen, Kirchweihfeste, Volksfeiern und besonders schöne kirchliche Feiern wurden organisiert.

In dem von der Volksgruppe eingerichteten „Deutschen Heim“ gab es eine Bibliothek, einen Lesesaal sowie verschiedene Räume für Vorträge und Fortbildungskurse. Es wurden (besonders in den Wintermonaten) Erste-Hilfe-Kurse, Kindererziehungskurse, Näh- und Strickkurse, Schädlingsbekämpfung im Garten und Feld und viele andere unter reger Beteiligung der Bevölkerung abgehalten. 

 

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