Kurzgeschichte

Giseladorf

Giselahain  > Giselaheim  >  Giseladorf 

 

1. Die Ansiedlung Giselahains 2. Die Ansiedlung Giseladorfs 3. Die Jahre nach 1944
 
Giseladorf wurde als sekundäre Binnenansiedlung mit den Einwohnern Giselahains/ Giselaheims und Gruppen von Familien aus mehreren Orten des Banats wie Hatzfeld, Sackelhausen, Jahrmarkt, Mercydorf u.a. im März/April 1882 gegründet.
   
Die Lage:  
   

Giseladorf        

                          liegt auf dem Weg von Temeschburg nach Lugosch auf der Höhe von Kisseto ungefähr 10 km nördlich (in

                         Richtung Lippa) zwischen den Orten Schanowitza im Westen, Hisiasch im Norden sowie Panjowa und Babscha

                          im Osten.

                                     Am Rande Giseladorfs befindet sich ein großes Waldgebiet, das sich kilometerweit bis auf die Lippaer

                                     Höhen ausdehnt.

   

Auf dieser aktuellen Karte haben wir die Lage des Ortes festgehalten.

 

1. Die Ansiedlung Giselahains

 

 

 Giselahain

                 befand sich im westlichen Banat, im Donauried, ca. 18 km nördlich von Belgrad, 4 km nördlich von Borcsa und 

                         Ovtscha, auf dem Weg von  Belgrad nach Großbetschkerek (Zrenjanin), 3 km südlich von Glogau, 5 km südlich

                          von Apfeldorf (Jabuko), 7 km südlich von Sefkerin  und 16  km westlich von Pantschowa.

                          Es lag an der Stelle, wo der Viselja-Fluss eine Biegung macht von Nord-Ost-West in Richtung Süd-West.

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf einer aktuellen Karte haben wir die Lage des ehemaligen Ortes Giselahain eingetragen. Er befand sich  ca. 2 - 3 km nord-östlich der heutigen Siedlung Padinska Skela (diesen Ort gab es bei der Ansiedlung Giselahains noch nicht).

   
Geschichtliche Entwicklung:  
   

Die seit fast einem Jahrhundert viel besprochene und oft in Erwägung gezogene Idee, das 100 Quadratmeilen große Donau-Inundationsgebiet des Deutsch-Banater Grenzregimentes trockenzulegen und in ein fruchtbares, landwirtschaftlich intensiver genutztes Gebiet zu verwandeln, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts wieder aufgegriffen und nahm diesmal konkrete Durchführungszüge an. Die Eindämmung der Theiß und der Donau auf diesem Gebiet wurde nach wissenschaftlichen Analysen geplant und projektiert. Konkrete Pläne zur Ansiedlung von sieben neuen Ortschaften wurden erstellt und in die Wege geleitet.

Unter diesen sieben Ortschaften befand sich auch Giselahain, das mit Einwohnern des Ortes Molydorf und den umliegenden Orten Tschesterleg, Neu-Tschernja und Deutsch-Tschernja besiedelt werden sollte.

Der Versuch der ersten Ansiedlung, und zwar der von Rudolfsgnad 1863 – 65, war geglückt.

 

   

   

1869 fand der Zuzug mehrerer Familien aus den umliegenden Orten wie Kathreinfeld, Klek, Stefansfeld, Deutsch-Etschka u.a. statt.

Ein Jahr später (1869) vergab die Gemeinschaft des Ortes den von ihr auszuführenden Dammbau (entlang der Theiß) an die private Firma Samuel Sorger.

1868 bis 1870 waren die erfolgreichsten und besten Jahre des Ortes. Der Ort wuchs rasch empor, die Ernten waren überdurchschnittlich gut.

Im März und April 1870 kamen die ersten großen Überschwemmungswellen. Sie hatten den Ort komplett vernichtet („abrasiert“). Die Einwohner suchten Unterkunft in den Nachbarsorten.

Im Sommer 1870 begann der Neuaufbau des Ortes auf einer daneben liegenden höheren Lage. Viele Einwohner kehrten nicht mehr zurück. Die folgenden acht Jahre (1871 bis 1880) waren nur durchschnittliche Erfolgsjahre. Dies wegen des vielen Regens. Der Ort wuchs wieder empor und es gab wieder einen Zuzug von mehreren Familien. Er soll mehr als 1000 Einwohner gehabt haben.

Im März 1880 gab es die größte Überschwemmungswelle in der kurzen Geschichte des Ortes. Es blieben nur vier Häuser, die Schule und das Gebetshaus stehen.

Erstmals kam die Einsicht der Einwohner, dass es für sie keine Zukunft mehr auf diesem Gebiet gäbe. Den anderen neu angesiedelten Orten erging es ähnlich wie Giselahain.

Die oberste Behörde erkannte offiziell an, dass die „große Riedansiedlung“ gescheitert sei.

Die Einwohner der überschwemmten Orte wandten sich mit einem Bittgesuch zur Umsiedlung an eine andere Stelle an die Behörde.

Im April 1881 wurde die Umsiedlung der Giselahainer in die Gegend von Nagy-Margitta (Groß-Margitta) genehmigt. Der Obergespann der Güterdirektion Temeschburg, Graf Josef von Bethlen, widersetzte sich der Ansiedlung in dieses Gebiet und bot den Giselahainern als Alternative eine der Lagen neben Budinz-Iktar/Kisseto, neben Suschanowitza (Gisdiarer Prädien) oder neben Kladova an. Daraufhin fand ein Besuch (im Sommer 1881) einer Abordnung der Giselahainer in den drei angebotenen Gebieten statt. Sie entschieden sich für die Lage neben Suschanowitza.

   

Die Umsiedlungen der Giseladorfer

1.         Die Ansiedlung von Molydorf (Molidorf, Mollydorf) 1832 aus Einwohnern der Orte Charleville, Seultour, St. Hubert, Mastort, Heufeld,

            Hatzfeld‑Landestreu, Tschesterlek (Csösztelek, Neu‑Hatzfeld) und Deutsch‑Tschernja u. a.

2.         Die Umsiedlung von Molydorf (Mollydorf) nach Giselahain 1868 (Umsiedlungen  im Gebiet   Giselahains).

3.         Die Umsiedlung von Giselahain nach Giseladorf 1882

 

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